kärnten.tv
10. Dezember 2023

Expertentalk mit Wolfgang Leitner

Leiter des Bürgerservice des Landes Kärnten

Leiter des Bürgerservice des Landes Kärnten

Transkript

Hallo und herzlich willkommen zum Expertentalk, heute mit Wolfgang Leitner. Er ist der Leiter des Bürgerservice des Landes Kärnten. Herr Leitner, Sie und Ihr Team stehen für Fragen der Bevölkerung parat, wenn eben Fragen an das Land gestellt werden, sind Sie die erste Anlaufstelle. Sehr oft geht es auch ums Finanzielle, gerade in Zeiten wie diesen, wo es ja wirklich an allen Ecken und Enden fehlt. Sagen Sie uns bitte etwas zu Förderungen bzw. welche Fragen werden an Sie herangetragen?

Guten Tag! Hallo, ja, wie Sie schon richtig angemerkt haben, hauptsächlich sind es finanzielle Gründe von den Bürgerinnen und Bürgern, die an mein Team vom Bürgerservice des Landes Kärnten herangetragen werden. Was uns natürlich auffällt, sind, bei diesen Anfragen, es ist sehr häufig von Frauen kommen alleinerziehende Mütter, aber auch von älteren Personen, die mit Ausgleichszulagen einen Monat bestreiten müssen. Ungefähr, die Ausgleichszulage beläuft sich ungefähr auf 1.100 € im Monat und da gibt es schon einmal eine gewisse Anamnese bei diesen Anfragen einmal zu stellen. Warum, welche Situation besteht vor Ort? Ist der gesundheitliche Situation jetzt, sind Sie betroffen davon? Wo gilt es in erster Linie, einmal Hilfestellung zu leisten? Und das macht mein Team, glaube ich, in hervorraghender Möglichkeit. Das Finanzielle ist natürlich die primäre Anfragestellung.

Eines hat das Land Kärnten und der Bund in diesem Jahr und im letzten Jahr schon auch in Leistungen gebracht. Da haben wir vom Klimabonus, über den Teuerungsausgleich, oder wir reden da über den Kärnten Bonus Plus, Kärnten Bonus Extra und war eine Abfederung dieser Teuerung, warum auch jetzt die Bürgerinnen und Bürger zu uns kommen. Aber das ist eine Abfederung und es kann nicht alles abdecken.

Und da gibt es natürlich Anforderungen, die im Speziellen in sehr prekären Situationen, in Mieten sich niederschlagen. Und wenn eine Miete nicht bezahlt wird, kann es nachhaltig zu größeren Problemen kommen. Viele wissen darüber nicht Bescheid, was es verursacht, eine Miete nicht zu bezahlen. Da geht es wirklich um die Existenz. Da geht es wirklich um Situationen, wo die Verschuldung so schnell fortschreitet.

Da kommen dazu nicht natürlich die ausstehende Miete. Dann kommen dazu Inkassokosten, Anwaltskosten, Gerichtspauschalen, die in Rechnung gestellt werden müssen. Es kann kommen bis zur Delogierung und das Schlimmste danach ist, wenn diese Personen dann nicht mehr für eine soziale Wohnung die Möglichkeit bekommen. Sie werden bis zu zwei Jahren eigentlich beschränkt am sozialen Wohnungsmarkt und der private Wohnungsmarkt ist sehr überteuert.

Zu hohe Mieten. Und das ist etwas, wo wir schon darauf hinweisen, auf das achtzugeben ist, ja. Ich glaube einmal, es ist sehr wichtig, rechtzeitig um Hilfe zu suchen, rechtzeitig vorstellig zu werden, rechtzeitig in beispielsweise in einer Gemeinde ins Gemeindeamt zu gehen, um Hilfe zu bitten oder eben bei uns, beim Bürgerservice des Landes oder anderen Stellen, die Caritas, die Volkshilfe, die sind sehr breit aufgestellt in ganz Kärnten, sich dort Hilfe zu suchen.

Es gibt Hilfe bei unterschiedlichsten Organisationen und eine Anlaufstelle ist auch das Bürgerservice des Landes. Momentan haben Sie sicher auch sehr viel mit dem Heizkostenzuschuss zu tun. Wo kann man den beantragen und wie sieht es damit aus? Wer bekommt diesen Heizkostenzuschuss?

Heizkostenzuschuss ist in diesem Jahr, in diesem Winter oder 2023/24 vom Oktober bis März 24 anzusuchen. Direkt beim Wohnort Gemeindeamt oder beim Magistrat.

Es ist der Heizkostenzuschuss mit einem großen oder kleinen, gehalts- oder einkommensabhängig gegliedert, der große Heizkostenzuschuss beträgt 180 €, der kleine beträgt 110 € und dieser, in dieser Saison wird zusätzlich ein Energiebonus gleichzeitig mit ausbezahlt. Das heißt für Betroffene, die eine Einkommensgrenze bei den für den großen bei 1.130 € haben, für den kleinen sind es ungefähr 1.360 netto im Monat, können diese Personen beim großen Heizkostenzuschuss 280 und beim kleinen 210 € bekommen.

Zusätzliches Geld, das sicher notwendig ist. Wenn es bei Zuseherinnen und Zusehern eng wird, also finanziell eng wird, welche Unterstützungen gibt es sonst möglicherweise noch und wo kann man sich darüber informieren?

Genau. Es ist sehr wichtig, welche Unterstützungen es gibt. Diese Situation muss in der Beratung erst erarbeitet werden, eben in dieser erwähnten Sozialanalyse. Und diese Sozialanamnese machen eben, wie schon vorhin gesagt, in den Bezirksstädten einzelne Träger wie die Volkshilfe, Caritas oder speziell in Villach die Südbahn oder die ARGE Sozial, aber auch immer wieder die Gemeinden. Deswegen wesentlich, wie schon erwähnt, ist es, einmal diese Hilfe zu suchen, ob ich die Hilfe einmal im eigenen Familienkreis oder unter Freunden suche oder ob ich direkt bei uns, beim Bürgerservice anklopfe. Wir haben auf der Homepage des Landes Kärnten unsere Kontaktadressen oder wir können sie auch bekannt geben unter der Telefonnummer 050 536 22 132 oder unter bürgerservice@ktn.gv.at.

Danke Wolfgang Leitner für die Einblicke in die Arbeit des Bürgerservice des Landes Kärnten. Wenn Sie Fragen zu finanziellen Belangen haben bzw. zu Förderungen, können Sich sich natürlich gerne vertrauensvoll an das Bürgerservice des Landes Kärnten wenden. Ihnen danke ich fürs Zusehen. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch das nächste Mal wieder dabei sind.

Ähnliche Videos

Zuletzt angesehen