kärnten.tv
3. März 2024

Expertentalk mit Raphael Schmid

Kinderschutzbeauftragter des Landes Kärnten und Koordinator der Kampagne #ichbineswert: Keine Gewalt an Kindern!

Kinderschutzbeauftragter des Landes Kärnten und Koordinator der Kampagne #ichbineswert: Keine Gewalt an Kindern!

Transkript

Hallo und herzlich willkommen zum heutigen Expertentalk. Dieses Mal haben wir Raphael Schmid zu Gast. Er ist der Kinderschutzbeauftragte des Landes Kärnten und koordiniert die Kampagne #ichbineswert: Keine Gewalt an Kindern! Herzlich willkommen!

Oft oder meist ist es so, dass wenn tatsächlich Menschen Gewalterfahrungen haben, dass sie darüber schweigen. Warum ist es wichtig, eben nicht darüber zu schweigen? Und was kann man eben dagegen tun? Beziehungsweise wenn sich jemand öffnet, was sind da Schritte, die man unternehmen kann?

Schönen guten Tag und danke, dass ich hier sein darf und darüber berichten darf.

Wir verfolgen mit dieser Kampagne mehrere Ziele, die auch beschreiben, warum das wichtig ist. Für uns ist es notwendig, Aufklärungsarbeit zu machen und Kampagnenarbeit zum Thema Gewalt als solches zu machen, in unserem speziellen Fall an Kindern und Jugendlichen. Weil es nicht ausreichend ist, nur auf die Steigerung der Handlungskompetenz von allen Fachkräften, die mit Kinder und Jugendlichen tagtäglich zu tun haben, zu setzen, als Pferd in der Qualitätsentwicklung, sondern da brauchen wir die breite Gesellschaft, weil es ein gesellschaftliches Thema ist, über das man zu wenig spricht. Und somit ist die Kampagne dem Ziel verschrieben, dass man Gewalt besprechbar macht. So einfach wie es klingt vor den Vorhang holt, aus dem Dunkel holt, weil die Zahlen sprechen dafür, dass das gut und richtig ist, wenn wir es machen.

Wer kann sich an der Kampagne „Let’s talk about Gewalt“ beteiligen?

An der Kampagne beteiligen, können sich unterschiedliche Personengruppen. Ich versuch, das ein bisschen aufzudröseln. Im Moment sind wir auf der Suche nach Erwachsenen, also ab 19 Jahren, die aus der Vergangenheit berichten, das heißt die ihre Geschichte zur Verfügung stellen, wenn sie eine Gewalterfahrung im Laufe des Aufwachsens gemacht haben um denen, die aktuell in einer Situation der Gewalterfahrung als Kinder und Jugendliche stehen, auch zu zeigen, dass man darüber sprechen kann und Mut zu verleihen, dass man sich auch in der aktuellen Situation an Erwachsene wenden kann, zu denen man Vertrauen hat, um sich zu dem Thema zu öffnen.

Das ist die eine Gruppe, an die wir uns wenden. Die andere Gruppe, die mitmachen kann, wenn wir so beschreiben wollen, ist für uns eine ganz wichtige, nämlich die kommunale Ebene. Das heißt, da adressieren wir Gemeinden und Städte. Weil damit können wir die Kampagne dynamisch wachsen lassen und in die Breite bringen. Wenn man auf die lokalen Schlüsselpersonen angewiesen sein, dass man es ins Gerede bringt, dass man die Werbeflächen nutzen, die die Gemeinden und Städte vor Ort auch zur Verfügung haben, seien es Leerstände von Räumlichkeiten, sei es eigene Social Media Kanäle oder Digi Boards etc., wo wir dann froh sind, wenn wir starke kommunale Partner haben, die das Thema in die Breite bringen mit uns.

Viele Menschen befürchten, dass es Nachteile bringen könnte, wenn man sich eben öffnet, wenn man darüber spricht, dass man eben Gewalterfahrungen in der Vergangenheit erfahren musste. Welche Maßnahmen sind geplant, um Ihre Anonymität, also der betroffenen Personen, zu wahren?

Also in dem Fall der Testimonials, die sich an uns wenden und ihre Geschichte teilen, ist es so, dass wir mehrstufig vorgehen, in intensiven Vorgesprächen mit der Person auch ausloten, wie weit die Person bereit ist, sich preiszugeben. Das geht bis hin zur kompletten Anonymisierung, wie man auf unserer Kampagnen Webseite jetzt schon recht gut sehen kann, dass es auch nur im Text transkribiert die Geschichte wiedergegeben ist, ohne Bild, ohne Namen und geht bis hin zu in Schattierungen, also von Verpixelt und Namen gekürzt oder Aliasnamen bis hin zum Klarnamen und Klarbild, wo Personen sagen, das mag ich beitragen mit meinem, mit meiner ganzen Person und ich stehe komplett dahinter.

Wenn jemand sich öffnen möchte und darüber sprechen möchte, wo kann er sich hinwenden? Gibt es Telefonnummern, Homepages, Emailadressen?

Am besten auf die Webseite der Kampagne schauen ichbineswert.at, dort ist dann Telefonkontaktmöglichkeit, da ist Email-Kontaktmöglichkeit und dann einfach entweder per Gusto anrufen oder schreiben und wir setzen uns in Verbindung und gehen die weiteren Schritte gemeinsam.

Danke Raphael Schmid in Ihre Arbeit, also für die Einblicke in Ihre Arbeit rund um den Kinderschutz. Ihnen danke ich fürs Zusehen, ich würde mich freuen, wenn Sie auch das nächste Mal wieder dabei sind.

Ähnliche Videos

Zuletzt angesehen