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4. Jänner 2024

Expertinnentalk mit Cornelia Friesser

Leiterin der Österreichischen Rettungshundebrigade Landesgruppe Kärnten

Leiterin der Österreichischen Rettungshundebrigade Landesgruppe Kärnten

Transkript

Hallo und herzlich willkommen zum heutigen Expertentalk, heute mit Cornelia Friesser. Sie ist die Leiterin der Österreichischen Rettungshundebrigade Landesgruppe Kärnten. Herzlich willkommen! Die Rettungshundebrigade ist ein wichtiger Teil der Einsatzkräfte in Kärnten bzw. in Österreich. Wie ist die Geschichte? Wie ist diese Brigade gegründet worden? Was sind ihre konkreten Aufgaben?

Die Rettungshundebrigade ist als Verein statuiert und ist in Sechzigerjahren gegründet worden, in Kärnten mittlerweile seit knapp 35 Jahren. Und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Hunde und Hundeführer für die Vermisstensuche auszubilden.

Wie viele Einsätze haben Sie im Jahr bzw. wie kann man sie organisieren, alarmieren?

Wir haben zirka zwischen 30 und 35 Einsätzen im Jahr. Wir sind kostenlos. Das heißt, es kann jede Privatperson, jede Behörde unter der 130 uns 24 Stunden rund um die Uhr alarmieren. Unser größter Feind ist die Zeit bei der Vermisstensuche, also bitte nicht lange warten, sondern besser früher alarmieren, dann haben die Hunde noch mehr Chance, den Vermissten zu finden.

Wie kann man Hunde ausbilden bzw. welche Hunde sind dafür geeignet, eben im Dienst in der Rettungshundebrigade zu machen?

Prinzipiell ist ja grundsätzlich jeder Hund geeignet. Ganz kleine oder sehr große Hunde scheiden aufgrund der Körpergröße natürlich aus. Wichtig ist, dass der Hund ein freundliches Wesen mitbringt und wesensfest ist und irgendwie motivierbar ist, also Futter oder Spielzeug. Unsere gesamte Ausbildung basiert auf positiver Bestärkung. Die Hunde lernen in ihrem Verhalten, dass sie dann mit Futter oder Spielzeug bestätigt werden und die Ausbildung dauert circa 2 bis 3 Jahre.

Was sind die Einsätze, zu denen sie gerufen werden? Vermisstensuche oder ähnliche Dinge?

Das Hauptaugenmerk legen wir in der Vermisstensuche im nicht-hochalpinen Bereich. Das heißt, da machen wir die ganz klare Abgrenzung auch zur Bergrettung. Wir suchen vermisste Personen, zum Beispiel demenzkranke Personen, ältere Personen, die abgängig sind aus Alters- oder Pflegeheimen, vermisste Kinder immer wieder, Wanderer oder Schwammerl-, Beerensucher, die vom Weg abkommen. Suizidgefährdete immer wieder, Leute, die einfach im Schock davonlaufen. Vielleicht nach einem Unfall. Das ist unser, unser Spezialgebiet.

Wie viele Mitglieder haben Sie? Also Hunde und Menschen.

Wir haben circa 80 Mitglieder in Kärnten, davon circa 30 einsatzfähige, geprüfte Hunde und dann zirka noch einmal so viele Hunde in Ausbildung. Leider ist ja die Lebenszeit der Hunde sehr begrenzt und somit ist es immer einem natürlichen Zyklus geschuldet. Und circa 30 Helfer, die uns im Einsatz ohne Hund unterstützen, als Gruppenkommandant, als Ersthelfer oder einfach als Begleitperson für uns als Hundeführer.

Gibt es Möglichkeiten, die Rettungshundebrigade zu unterstützen bzw. wo kann man sich über die Rettungshundebrigade informieren?

Wir freuen uns natürlich über jede Unterstützung. Die beste Unterstützung ist, wenn jemand aktiv mitarbeiten will bei uns, weil das kostbarste Gut, das man einbringen kann, ist Zeit. Wenn aber jemand uns finanziell unterstützen will, der auch sehr gerne unsere Spenden Nummer ist auf der Homepage ersichtlich. Also alle Informationen auch gerne unter www. oerhb-kaernten.at.

Danke, Cornelia Friesser, für die Einblicke in die Arbeit der Rettungshundebrigade. Ihnen danke ich fürs Zusehen, ich würde mich freuen, wenn Sie auch nächsten Sonntag wieder dabei sind.

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