Sag zum Abschied leise Servus

Abschiedsrede von Landeshauptmann Peter Kaiser

Transkript:

Sag zum Abschied leise Servus – das hat unser geschätzter Wahlkärntner Peter Alexander einst gesungen.

Nach 13 Jahren in der verantwortungsvollen Funktion als Landeshauptmann von Kärnten – und damit als drittlängstdienender Landeshauptmann unseres Bundeslandes – ist für mich der Zeitpunkt gekommen, auch Servus zu sagen und diese Aufgabe wohlüberlegt in jüngere Hände zu legen.

Eine solche Entscheidung reift nicht über Nacht. Sie ist getragen von Verantwortung gegenüber dem Land und von der Überzeugung, dass Erneuerung und Weiterentwicklung wesentliche Bestandteile lebendiger Demokratie sind.

Daniel Fellner wird die Aufgabe als mein Nachfolger mit Engagement und Herz übernehmen. Er hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass er das notwendige Format, ein hohes Verantwortungsbewusstsein sowie die Liebe und Leidenschaft für Kärnten und für das Amt des Landeshauptmannes mitbringt. Ich bin überzeugt, dass unser Land bei ihm in guten Händen ist.

Wenn ich auf die vergangenen 13 Jahre zurückblicke, dann erfüllt mich vor allem Dankbarkeit. Gemeinsam mit einem engagierten Team ist es gelungen, Kärnten von schweren Erblasten zu befreien – ich erinnere an die Hypo-Heta-Haftungs-Zwangsjacke, die unser Land über Jahre hinweg gefesselt hat. Wir haben uns herausfordernden Krisen gestellt: von der HCB-Belastung über schwere Unwetter bis hin zur Pandemie, die uns allen viel abverlangt hat. Schritt für Schritt ist es gelungen, Stabilität zu schaffen, Vertrauen zurückzugewinnen und Kärnten auf die sprichwörtliche Überholspur zu führen:

Mit Meilensteinen wie dem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz und dem damit verbundenen Gratis-Kindergarten. Auch wenn es diesbezüglich noch ein paar Anfangsschwierigkeiten und Anpassungsbedarf gibt – dieses neue Gesetz ist die größte Reform im Bereich der Elementarpädagogik seit Jahrzehnten. Überhaupt hat sich Kärnten als Bildungsland enorm positiv weiterentwickelt: Unsere Alpen Adria Universität wird um 92 Millionen Euro ausgebaut und zählt mittlerweile über 13.000 Studentinnen und Studenten, die Pädagogische Hochschule wird in den Lake Side Park übersiedeln und dort mit 5000 Studierenden einen völlig neuen und weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinausstrahlenden Bildungscampus bilden. Die Fachhochschule Kärnten mit über 3000 Studierenden ist in das europäische Universitäts-Netzwerk aufgenommen worden und ist damit European University ACCE. Wir haben die Gustav Mahler Privatuniversität für Musik gegründet und in wenigen Jahren nicht nur etabliert, sondern auch ein Doktorratsstudium zugesprochen bekommen.

Das alles und noch viel mehr machen Kärnten zu einem auch in Verbindung mit der Realisierung der Koralmbahn national und international stark gefragten Bildungsstandort.

Darüber hinaus haben wir durch kluge Arbeitsmarktpolitik österreichweit den geringsten Anstieg an Arbeitslosen, höchste Beschäftigungsquoten und wird durch konsequente Bauinvestitionsprogramme der öffentlichen Hand mit einem jährlichen Milliarden-Budget die heimische Wirtschaft massiv angekurbelt.

Dazu kommen eine trotz aller Herausforderungen im internationalen Vergleich hervorragende gesundheits- und Pflegeversorgung, sind wir Europameister in der Produktion erneuerbarer Energie, haben uns als Kunst- und Kulturland ebenso einen hervorragenden Stellenwert erarbeitet wie im Bereich von Forschung und Entwicklung.

All unsere Stärken, die vielen positiven Entwicklungen und Initiativen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Faktum ist: Wir, jede und jeder Einzelne in Kärnten hat allen Grund selbstbewusst und stolz auf unser Heimatland zu sein. Das sollten wir uns auch viel öfter vor Augen halten – wir sind viel stärker und besser als uns manchmal der Eindruck vermittelt wird.

Kärnten ist heute eine weltoffene Region im Herzen Europas – ein Land zum Leben und zum Ver-Lieben. Ein Land, in dem Zusammenhalt nicht nur ein Wort, sondern gelebte Realität ist. Ein Land, in dem man einander unterstützt und hilft. Und vor allem: ein Land mit großartigen Zukunftsperspektiven, die wesentlich auch durch die politischen Weichenstellungen dieser Jahre mitgestaltet wurden. Kärnten ist ein Land mit Zukunft.

Für das Vertrauen, die kritische Begleitung, die Unterstützung und das gemeinsame Ringen um die besten Lösungen für unser Bundesland danke ich Ihnen und all meinen Weggefährten und -gefährtinnen. Danke für Ihre Verbundenheit. Politik ist niemals die Leistung eines Einzelnen – sie ist immer das Ergebnis des Miteinanders vieler.

Ich werde Kärnten immer dankbar und eng verbunden bleiben. Dieses Land und seine Menschen haben mein Leben geprägt – und sie werden es weiterhin tun.